Erzähl ich meinen Kindern von der MS?

Erzähl ich meinen Kindern von der MS?

Ein Thema bei dem es viele unterschiedliche Ansichten und Meinungen gibt. Ich möchte dir gerne erzählen wie ich darüber denke und gebe dir gerne Kindergerechte Literatur an die Hand um die Krankheit leichter zu erklären. Nun aber von vorn.

Ich habe meine Diagnose vor meinen Kindern bekommen und seit meiner Schwangerschaft von meinem Sohn Emil bin ich Schubfrei. Den letzten Schub hatte tatsächlich ich im Juli/August 2016. Mein Mann und ich kommen beide aus dem Medizinischen Bereich und auch ich stellte mir die Frage, wie gehe ich vor meinen Kindern damit um. In meinem Kopf erstellte ich Pro und Contra listen. Keiner weiß was passiert. Wann kommt der nächste Schub? Werde ich Körperlich ,,fit“ bleiben? Nehme ich ihnen ein Stück Kindheit? Fragen über Fragen.

Es gibt natürlich auch Eltern, die ihre Diagnose erhalten wenn die Kinder schon auf der Welt sind. Die Kinder/Jugendlichen bekommen einen Krankenhausaufenthalt mit, Arztbesuche und Mama oder Papa können plötzlich nicht mehr so. Verheimlicht man es da auch? Oder erzählt eine Lüge?

Jeder muss das selber für sich und seine Familie entscheiden. Ich glaube tatsächlich ein richtig oder falsch gibt es da nicht. Du kennst dich und vor allem deine Kinder am besten und ich bin ganz sicher, du möchtest dein Kind schützen und willst nur das beste.

Ja das möchte ich auch…

Richtige vs. falsche Aufklärung

Wusstest du, Kinder von MS betroffenen entwickeln häufig größere soziale Fähigkeiten, ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl und mehr Verständnis für behinderte und kranke Menschen als ihre gleichaltrigen freunde. Das kann von vielen Seiten beobachtet werden und stellen betroffene Eltern auch häufig richtig selber fest. Ein offener und Verständnisvoller Umgang mit der Krankheit fördert sogar laut Experten das Vertrauen, den Familienzusammenhalt und stärkt die Sozialkompetenz.

Wenn es Kindern an Informationen fehlt oder sie sich ausgeschlossen fühlen, ist auch nicht selten, dass sie schnell die Erwachsenenerolle übernehmen. Sie stellen ihre eigene Bedürfnisse zurück sind anpassungsfähig und hilfsbereit. Auf lange Sicht, kann dies zu einer emotionalen Überforderung führen, wodurch Entwicklungsprozesse beeinflusst werden können. Die Angst vor dem Verlust des erkrankten Elternteils oder die Enttäuschung über fehlende ,,aktivitäten“, können Wut.- und Trauergefühle auslösen. Die Kinder trauen sich häufig nicht, dies vor den eigenen Eltern auszusprechen um diese nicht unnötigerweise zu belasten.

Für ein Kind ist deshalb eine Vertrauensperson so wichtig. Auch das üben bzw lernen von Gefühle in Worte zu fassen. Dies kann der gesunde Elternteil sein, Freunde, Bekannte oder Verwandte. Hauptsache das Kind kann sich jemanden anvertrauen. Es ist auch absolut ok, sich dabei professionelle Hilfe zu holen.

Wir haben uns dazu entschlossen ganz offen damit umzugehen

Meine beweg gründe dafür sind ganz vielfältig.

  • Wenn ein Schub plötzlich kommt, glaube ich, es würde meinen Kindern unvorbereitet mehr ,,Angst“ machen.
  • Ehrlichkeit ist mir sehr wichtig.
  • Ich Blogge öffentlich, habe bei einigen Kampagnen mitgearbeitet und ich fände es sehr schlimm, wenn meine Kinder von anderen erfahren würden, das ich Krank bin.

Aufklärungshilfen

Zuerst einmal muss ich sagen, die Hilfestellungen dafür finde ich in Deutschland etwas Mau, bzw. schwer zu finden. Wenn du aus der Schweiz oder Österreich kommst, dort gibt es viele tolle und Informative Seiten, sowie direkte Kontaktadresse für Beratungen und Hilfestellungen.

Alles was nun kommt, ist Werbung unbeauftragt.

Webseiten für Kinder

  • Eine ganz tolle Internetseite haben die Schweizer, dort findest du nicht nur kindgerecht viel erklärt, sondern auch Erklärvideos. Die Seite ist für Kinder ausgelegt und du kannst, sie dir gemeinsam mit deinen Kindern ansehen. Schaut unbedingt mal rein https://www.ms-kids.ch

Literatur für Kinder

  • Benjamin meine Mama: ist besonders: Leseniveau 5-7 Jahre. Dieses Buch ist wirklich sehr schön, jedoch muss man sagen, es wird nicht mehr gedruckt, es ist meiner Meinung nach, völlig überteuert zu erhalten. Wenn du jedoch, es zu einem ,,normalen“ Preis bekommen kannst, lohnt es sich. Vielleicht schau auch mal in der Bücherei nach, dort wird es hin und wieder gefunden. Ich setze dir einfach mal einen Link rein, wo du mehr über das Buch erfährst. https://www.kinderbuch-couch.de/titel/293-benjamin-meine-mama-ist-besonders/

  • Annas Mama ist Super: Als Kinderbuch oder Hörbuch kostenlos zu erhalten. Das Buch soll Eltern ermutigt offen über die Krankheit mit ihren Kindern zu sprechen. Eine absolute Empfehlung. Wo du es findest: https://www.cs.at/landingpages/annas-mama-ist-super

Ich hoffe, ich konnte dir vielleicht etwas helfen und dich in deiner Entscheidung unterstützen und dir ein paar Hilfestellungen geben. Wenn du mir über deine Erfahrungen erzählen möchtest, würde ich mich sehr freuen.

Schreibe einen Kommentar