Ein möglich entspanntest Wochenbett

Ein möglich entspanntest Wochenbett

Das Wochenbett ist eine ganz besondere und einzigartige Zeit. Es dauert 6-8 Wochen.Die Hormone fahren Achterbahn und alles ist neu und besonders. Wenn du auch MS hast, bist du sicher etwas angespannt was diese Zeit betrifft. Tatsächlich steigt das Schubrisiko im Wochenbett. 30% aller Betroffenen bekommen die ersten 3 Monate einen Schub.

Wenn ich ehrlich bin, als meine erste Schwangerschaft sich zum Ende neigte, wurden die Sorgen und bedenken größer. Ich wollte wissen, was habe ich bei einem Schub für Therapie Möglichkeiten oder was kann auf mich zukommen. Ich fragte das Internet nach Rat…keine gute Idee. Ich stieß auf die Unterschiedlichsten Aussagen und war noch verwirrter und verängstigter als vorher. Von der Meinungen meines damaligen Neurologen habe ich sehr viel gehalten und deshalb entschied ich mich, einfach einen Termin bei ihm auszumachen und ihm Fragen zu stellen. Das war die beste Entscheidung. Hinterher fühlte ich mich ehrleichtert. Ich war nicht nur schlauer, was meine Fragen angingen sondern war aufgeklärt über sämtliche Möglichkeiten.

Einige Studien belegen, dass stillen die Schubrate senkt. Es gibt derzeit keine offiziellen Empfehlungen wann nach einer Schwangerschaft wieder mit Therapie begonnen werden soll. Wenn du stillen möchtest, tue das. Solltest du jedoch einen Schub bekommst und mit Kortison behandelt werden, muss es nicht zwangsläufig das Stillende bedeuten. Du solltest dann lediglich ca. 1 – 4 stunden nicht stillen. Vielleicht zuerst dann auch abpumpen. Bespreche dies dann genau mit deinem Arzt. Empfehlen kann ich dir auch diese Internetseite: https://www.ms-und-kinderwunsch.de/allgemeine-informationen.html falls du zu dem Thema etwas reinlesen möchtest. Sehr selten wird in der Stillzeit bei einem auftretenden Schub Immunglobuline gegeben. Darunter kann weitergestillt werden. Jedoch hat dies keine große Wirkung. Deshalb wird es eigentlich kaum noch gegebenen.

Meine MS war vor meiner ersten Schwangerschaft recht aktiv. Ich hatte etwas bedenken, was das Wochenbett anging. Ich redete viel mit meinem Mann über meine Ängste. Wir entschieden uns gemeinsam dazu, dass er ebenfalls Elternzeit nimmt. Das nahm mir viel Angst und Druck.

Das Wochenbett ist eine magische aber auch anstrengende Zeit.

Tipps fürs Wochenbett

  • Such dir unbedingt eine Hebamme. Sie unterstützt dich mit Tipps und Tricks sobald du zuhause bist. Sie wiegt das Kind, zieht es mit dir an, ihr badet gemeinsam und sie steht dir mit Rat und Tat zur Seite.
  • Fülle sämtliche Anträge aus, soweit wie möglich. Kindergeld, Elterngeld, Elternzeit… Glaub mir, es ist viel entspannter nur noch das Geburtsdatum einzutragen statt alles.
  • Koche wenn du magst vor.
  • Packe deine Kliniktasche. Da mein Theo so plötzlich geholt wurde, war die Tasche noch zuhause und ich hab auch überlebt. Für meinen Mann war es jedoch einfacher, mir am nächsten Tag nur die Tasche mitzubringen. Wer weiß was er mir eingepackt hätte.
  • Dämme Besuch ein. Bei meinem ersten Sohn hab ich mich nicht getraut nein zu sagen und war oft einfach nur müde und kaputt. Das nervte mich dann. Wenn dir wirklich danach ist, dann ist es auch ok. Sag aber offen wie du dich fühlst und was du möchtest.
  • Tatsächlich las ich immer, man solle die meiste Zeit im Bett verbringen. Ich gehöre nicht zu den Menschen die Tagelang im Bett liegen können, hab ich auch nicht, mach das wonach dir ist.
  • Ich bekam den Rat meiner Hebamme, schlaf, wenn das Baby schläft. Mach das wenn du kannst. Gerade am Anfang wenn es noch keinen Tag-/Nachtrhytmus gibt kann es so wertvoll sein. Teilweise schlief ich tagsüber in sitzen ein, sobald ich eine ruhige Minute hatte.
  • Hol dir Hilfe. Es hilft schon wenn jemand essen kocht, einkaufen geht oder die Wäsche übernimmt. Bitte deinen Partner, Familie oder Freunde dir zu helfen.
  • Wasser und essen in Reichweite, wenn du Stillst empfehle ich das dir. Ich hatte ein Kind was sehr langsam getrunken hat und ich saß dann gefühlte stunden auf der Couch und er trank und trank. Ich bekam oft Hunger und Durst. Deshalb stellte ich mir an die „Stillplätze“ eine Flasche Wasser und etwas zu knabbern.
  • Wenn du schon ein Kind hast, packe einen Still.-Spielkoffer, dieses machte ich mit Emil. Wir packten besondere Spielsachen rein und seine Lieblingsbücher. Wenn ich dann Theo stillte, durfte er mit den Koffer spielen oder ich las ihm etwas vor. Ehrlicherweise lief dann auch mal der Fernseher. Die Hauptsache ist doch, es geht allen gut.

Du brauchst keine Angst haben das du Versagst. Du wirst es toll und großartig machen. Glaub mir, ich dachte selbst als das Baby auf der Welt war „ich hab doch keine Ahnung von Kindern“. Instinktiv machst du alles richtig und du kannst nicht viel falsch machen. Kommuniziere immer klar und deutlich was du möchtest und mach das wonach dir ist. Lass es auf dich zukommen und freu dich drauf.

Meine Veränderungen nach dem Wochenbett und Stillzeit

Ich bin niemand der viel ruhe erträgt. Dennoch war diese Zeit ruhiger für mich. Nach meiner ersten Schwangerschaft wartete ich auf einen Schub. Da meine MS vor der Schwangerschaft recht aktiv war, war ich mir sicher es kommt etwas. Ich wartete vergeblich und je mehr Tage vergingen, desto weniger dachte ich darüber nach. Bis ich es vergaß. Die Angst holte mich dann während des Abstillens wieder ein. Bekanntlich schützt das stillen und naja als Emil immer mehr gegessen hatte, produzierte ich weniger Milch und dadurch weniger der hilfreichen Hormone. Deshalb entscheid ich mich schnell abzustillen um zeitnah wieder mit Therapie zu beginnen. Da war Emil 8 Monate alt. Ein Kontrol MRT zeigte, keine neuen Veränderungen, ich war sehr ehrlichtert.

Bei Theo hielt sich meine Angst zurück. Schließlich hatte ich schon einmal ein Wochenbett und eine Stillzeit gut überstanden, das machte mir Mut. Obwohl unser Start wirklich heftig war, hatte ich Zuversicht. Die Zeit raste an uns vorbei und ich stillte Theo 9 Monate. Bei ihm entschied ich mich ebenfalls zum schnellen abstillen um mit der Therapie wieder zu beginnen. Das Kontrol MRT zeigte eine neue Läsion. Ich war zuerst etwas traurig darüber und andererseits froh, dass dieses sich nicht durch ein bemerklichen Schub geäußert hat. JA es ist ok. Es ist die erste Veränderung nach 4 Jahren. Dadurch zeigt sie mir, sie ist da!

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