Der Fußbruch und die Auswirkungen auf die MS

Der Fußbruch und die Auswirkungen auf die MS

Es war ein ganz normaler Freitag, ich war gestresster als sonst an dem Tag und hatte es eilig. Das Kind hielt ich an der rechten Hand und dieses hüpfte auf und ab, nichts ungewöhnliches. Plötzlich verlor das Kind das Gleichgewicht und ich versuchte es auszubalancieren und dabei verlor ich das Gleichgewicht. Ich schlüpfte dabei aus dem flachen Halbschuh, knickte um und hörte es selber krachen. Mir war sofort klar, ich habe mir den Fuß gebrochen. Ich lief im schock die Treppe hoch, setzte mich ins Wohnzimmer, sah meinen Fuß an und dieser wurde von Sekunde zu Sekunde dicker. Ich wusste, ich muss ins Krankenhaus. Ich rief eine gute Freundin an, die in meiner Straße wohnt und bat sie zu kommen und auf die Kinder aufzupassen. Sie war 2 Minuten später da. Schmerzen hatte ich kaum. ich war im Schock. Auf der Fahrt begann ich plötzlich zu zittern und mit den zähnen zu klappern, mir wurde richtig kalt. Ich wusste es ist nicht wirklich kalt, denn es war ein richtig warmer Tag. 

Als ich in der Klinik ankam und mich am Eingangsbereich meldete, holte sofort jemand einen Rollstuhl und fuhr mich in die Notaufnahme. Ich muss wirklich nur ein paar Minuten warten, bis der Unfallchirug da war. Er sah mein Fuß und sagte „das sieht nicht gut aus, aber wir warten das Röntgen ab“. Ich bekam zum ersten mal in meinem Leben Unterarmgehstützen und hüpfte ins Röntgen. Die Damen waren sehr freundlich. Als das zweite Bild fertig war, hörte ich die eine zu der anderen sagen „da ist der Bruch“.

Ich hüpfte zurück in die Notaufnahme und bekam das Ergebnis: der 5te Mittelfußknochen gebrochen. Gipsschiene und die nächsten Wochen nicht belasten. Witzig, ich habe zwei kleine Kinder, möchte in den Urlaub fahren und habe jede menge zu tun. Passt aktuell nicht in mein Leben, aber das tut ein Bruch wohl nie.

Zuhause versuchte ich etwas zu schlafen. Es war kaum möglich. Ich hatte starke schmerzen und diese Gipsschiene, die bis unter mein Knie ging, störte doch sehr. Ich durfte nicht auf den Fuß auftreten und brauchte für jeden Gang meine Krücken. Kleine normale Wege, wurden zur Herausforderung. Ich bin ein sehr aktiver Mensch und einfach nur rumsitzen und die Füße hochlegen ist überhaupt nicht meins. 

Ich hatte tausend Dinge zu klären und im Kopf, Kinderversorgung, Haushaltshilfe und die MS. Familie, Freunde und Nachbarn boten sofort ihre Hilfe an und waren einfach da. Sie brachten uns etwas zu essen, kauften für uns ein, holten die Kinder ab um auf den Spielplatz zu gehen oder brachten sie in den Kindergarten. Ja und die MS… etwas worüber sich ein nicht betroffener keine Gedanken machen muss. Ich mache wirklich jeden Tag Kraftübungen und nun geht es nicht mehr. Es geht meinen Körper sehr viel besser, wenn ich morgens trainiere und nun soll das Wochenlang nicht mehr möglich sein. Ich habe immer mal wieder mit Spastiken zu tun und nun ist mein linker Fuß „eingesperrt“. Ich hatte diese Angst, dass sich jetzt mein Körperlicher zustand verschlechtert.

Die Spastik wurde nach wenigen Tagen, immer schlimmer. Diese Krämpfe immer wieder und nicht wirklich was machen können, deprimierte mich sehr. Es tat weh, sehr weh.

Nach 10 Tagen hatte ich die erste Kontrolle. Ich war so aufgeregt und hoffte auf eine Wunderheilung, völlig absurd, so bin ich aber. Dieses Gefühl, als die Gipsschiene nach 10 Tagen geöffnet wurde, kann ich gar nicht beschreiben- vom Geruch mal abzusehen. Das Röntgenbild sah nicht nach Wunderheilung aus. Der Arzt verschrieb mir aber einen Aircast Schuh. Ich sah dieses riesen Ding und dachte nur- „Nein, nein, nein…ich will nicht“. Als mir dann eine Mitarbeiterin im Sanitätshaus den Schuh anlegte und mir erklärte wie es funktioniert, fühlte sich es gar nicht so schlecht an. Es war sehr viel leichter als die Gipsschiene und ich durfte ihn mal kurz ausziehen und konnte meinen Fuß und das Bein waschen- eine Wohltat. 

Ich sah endlich wieder mein Fuß. Er war immer noch sehr geschwollen und hatte alle Farben. Abends versuchte ich immer mal meine Zehen zu bewegen, es ging kaum und tat wirklich sehr weh. Mit jeden Tag wurden die Spastiken und die Schmerzen schlimmer. Es ist verrückt, wie schnell die Muskulatur abbaut.

Was lässt ein Knochenbruch schneller heilen?

Mein Behandelnder Arzt sagte zu mir: „weg diskutieren geht nicht“ als ich versuchte ihn zu Überzeugen das ich mein Fuß belasten darf-MUSS! 

Mir blieb ja nicht viel übrig, was ich tun kann, um meinen Bruch schneller verheilen zu lassen. So machte mich etwas schlau und kam zu folgenden Dingen. 

Zuerst gegen die Schmerzen, Schwellungen und das Hämatom, rieb ich meinen Fuß mehrmals täglich mit Arnika Salbe* ein.

Dann stieß ich auf Beinwell. Beinwell ist eine alte Heilpflanze und soll Schmerzlindernd, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und wundreinigend wirken. Klingt gut. In früheren Zeiten sagte man Beinwell nach, Knochen zusammenwachsen zu lassen. Ich bestellte mir das Beinwellöl* und schmierte es ebenfalls mehrmals täglich drauf. 

Ansonsten wird empfohlen, viel grünes Gemüse, Obst, Mineralwasser, Nüsse, Sesam und Fisch

Wie verbrachte ich die Zeit

Ich hatte plötzlich viel Zeit und war dabei gleichzeitig Körperlich stark eingeschränkt. Mein Mann, Eltern und Freunde kümmerten sich um alles und ich hatte nichts weiter zu tun, als mein Fuß hochzulegen und zu warten. Ich las Bücher, schaute Serien, Filme Häkelte und Strickte… Auf alles andere hatte ich keine Lust. Die ersten Wochen wollte ich auch niemanden als die engsten Menschen um mich herum sehen. 

Wie die Spastik und der Fußbruch weiterging

Die Spastik wurde zunehmend schlimmer. Ich holte mein Fuß immer mal wieder aus der Schiene, bewegte ihn minimal, cremte und ölte ihn ein. Ab Woche 5 stellte ich mich mit etwas Gewicht auf den Fuß (in der Schiene) und es tat gut. Der Arzt sagte, es ist nicht so optimal, wenn es mir aber akut hilft und ich keine schmerzen beim auftreten habe, ist es ok. 

Für die meisten Menschen ist es völlig normal, ins Bad zu laufen, die vergessene Jacke aus dem Oberen Stockwerk zu holen oder schnell die Haustür öffnen, weil es geklingelt hat. Dies alles war plötzlich eine Herausforderung für mich. Ich konnte mir nicht mehr Vorstellen wie es ist einfach auf zwei Beinen loszulaufen. 

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Foto von Cats Coming von Pexels

Der Bruch verheilt

Nach 7 Wochen hatte ich das schlimmste Überstanden. Auf dem Röntgenbild sah man, das sich in der Bruchstelle ausreichend Kallus gebildet hat und der Spalt kaum noch zu sehen ist. Ich durfte also belasten. Mir wurde eine Bauerfeind Orth Schiene verschrieben und ich sollte die nächsten Tage noch mit Unterarmgehstützen laufen. Es war so ungewohnt und richtig laufen ging erstmal nicht. Es wurde jedoch stück für stück immer besser.

Das ganze ist jetzt 10 Wochen her und es tut beim laufen immer noch weh. Nicht mehr so doll aber ich merke es noch. Den Fuß richtig abrollen, geht noch nicht und das volle Sportprogramm muss auch noch etwas warten. Ich genieße aber jeden Schritt und bin so froh, wieder auf zwei Beinen stehen zu können. 

Es waren lange und schwere Wochen. Physisch und Psychisch. Jetzt geht es nur noch Berg auf. Mein linkes Bein hat sehr viel Muskeln verloren, die baue ich nun langsam wieder auf. Ich habe langsam mit Sport wieder gestartet und stelle schnell fortschritte fest.

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